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Astrologische Themen 2017

Rückblick

Viele Themen des vergangenen Jahres sind nach wie vor aktuell. Vor allem das Thema „Offenheit und Toleranz“, das einen zentralen Stellenwert im Neujahrs-Horoskop 2016 hatte, steht weiterhin im Fokus. Die Entwicklung von Offenheit und Toleranz ist die Voraussetzung dafür, dass die Samen der Neuen Zeit1 aufkeimen können. „Solange sich Saturn im Zeichen Schütze aufhält (bis Ende 2017), werden wir immer wieder leidvolle Erfahrungen machen, wenn wir uns gegenüber anderen verschließen. Offenheit und Toleranz ebnen uns den Weg in eine Zukunft, die von den Wassermann-Qualitäten ‚Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit‘ geprägt sein wird.“2

2016 hat sich gezeigt, wie groß in Zeiten des Umbruchs die Angst ist, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Wie aus der Geschichte hinlänglich bekannt ist, weckt diese Angst den Wunsch nach einer starken, politischen Führung. Die Wahlen des vergangenen Jahres zeigen dies in aller Deutlichkeit. Das Festhalten am alten, materialistischen Weltbild verspricht Sicherheit, doch dies wird sich in den nächsten Jahren als Illusion erweisen, denn ein sinkendes Schiff wird uns keinen Halt mehr geben können.3 Dass kapitalistische Werte wie stetiges Wachstum und erbarmungsloser Wettbewerb auf uns Menschen und die Erde zerstörerisch wirken, das ist inzwischen unbestritten. Doch eine Lösung können wir nur finden, wenn wir Neuland mutig betreten.

Ausblick

Ein Sprung ins Unbekannte erfordert immer Mut und Risikobereitschaft. Denn es versteht sich von selbst, dass das Unbekannte sich erst einmal ungewohnt, ja sogar falsch, anfühlt. Das Gewohnte dagegen fühlt sich richtig an, auch wenn wir merken, dass es uns nicht mehr gut tut.

In dem Zwischenraum, bis wir das Neue als richtig empfinden, geht es darum, diese Unsicherheit auszuhalten. Das Wissen über einen solchen Prozess kann uns das notwendige Vertrauen geben. Die Erkenntnis, dass ein Bewusstseinssprung angezeigt ist, kann uns helfen, Neues zu wagen.

Wie ich schon vor einem Jahr geschrieben habe, ist nicht absehbar, wie lange sich noch die Mehrheit der Menschen – vor allem die etablierten Kräfte - gegen einen radikalen Umbau der Gesellschaft sperrt.4 Tatsache ist, dass sich auf lange Jahre hin betrachtet 2017 die einmalige Chance bietet, auf der politischen Weltbühne Konflikte zu lösen. Eine Konstellation, an der Jupiter in der Waage, Saturn im Schützen und Uranus im Widder beteiligt sind, spiegelt einerseits den enormen Druck und die erhöhten Spannungen dieser Zeit, andererseits aber auch die Bereitschaft und die Fähigkeit, eine echte, langfristige Lösung zu finden.5

Pluto im Steinbock (2008 bis 2024) zeigt an, dass ein radikaler Wandel im Gange ist, von gesellschaftlichen Werten und Strukturen.6 Diese dienen nicht mehr den Menschen, sondern machen ihn krank und depressiv. Selbst Manager, die bisher das leistungsorientierte System mitgetragen haben, beginnen dieses in Frage zu stellen. Doch wie können wir Qualitäten entwickeln, die uns wieder zu uns selbst führen? In erster Linie geht es wohl darum, das durch Erziehung und Gesellschaft geprägte Leistungsdenken zu hinterfragen. Wie stark dieses Denken in uns verankert ist, zeigt sich am deutlichsten in unserem Bildungssystem. Für viele Verantwortungsträger ist es schier undenkbar, dass spielerisches und intuitives Lernen zu Erfolg führt. Doch das Gebot der Zeit lautet: den Kopf mit dem Herzen zu verbinden. Vom Tun zum Sein – in dem Vertrauen, dass das Sein eine Kraft ist, die uns wahrhaft weise und verantwortungsvoll handeln lässt.

Radikale Eigenverantwortung

Der Weg in eine Neue Zeit, die uns zu mehr innerer Freiheit, Selbstbestimmtheit und Authentizität führt, ist der Weg der Individuation, der in Märchen und Mythen beschrieben wird. Durch Pluto im Steinbock und Uranus im Widder müssen wir unsere Komfortzone verlassen und „erwachsen“ werden. Seit 2010 drängen uns diese machtvollen Planetenkräfte, unsere eigene Macht anzuerkennen und niemanden anderen oder das Schicksal für die eigenen Lebensumstände verantwortlich zu machen. Radikale Eigenverantwortung bedeutet, alles anzunehmen, was uns in unserem Leben missfällt – seien es Konflikte in Beziehungen, finanzielle oder gesundheitliche Probleme. Über die Eigenverantwortung kommen wir in unsere wahre Größe und sind in der Lage, unseren Beitrag für eine bessere Welt zu leisten.

Wachstum in Beziehungen

Vom Glücksplaneten Jupiter wird allgemein viel Gutes erwartet. Doch auch mit Jupiter im Beziehungszeichen Waage (September 2016 bis Oktober 2017) fällt uns das Glück in der Partnerschaft nicht unbedingt in den Schoß. Jupiter steht für Wachstum und gerade aktuell spüren wir, mit wie viel Schmerzen Wachstum oft verbunden ist. Dadurch, dass Jupiter in einer Opposition zu Uranus (noch bis Ende September) steht, können wir unsere gewohnten Rollenspiele in Beziehungen nicht mehr aufrechterhalten. Schmerzhaft wird uns nun bewusst, dass nicht der Partner für unser Glück verantwortlich ist, sondern allein wir selbst.7 Diese Konstellation stellt uns vor die Aufgabe, sich der eigene Bedürftigkeit bewusst zu werden und sich ihrer anzunehmen. Ansonsten bleiben wir im Rollenspiel von Abhängigkeit oder Beziehungslosigkeit stecken.

Der Sinn von Stirb und Werde

In jedem Augenblick sterben zig Millionen Körperzellen und genauso viele werden neu geboren. Im Herbst 2017 wechselt Jupiter in das Zeichen Skorpion und macht uns bewusst, dass „Stirb- und Werde“-Prozesse das Leben lebendig halten, dass es nicht darum geht, Erschütterungen und Leidvolles zu vermeiden.8 Als leidvoll erleben wir solche Transformationsprozesse immer dann, wenn wir glauben, das Leben kontrollieren zu können. Jupiter im Skorpion fordert uns auf, in die Tiefe des Lebens zu blicken und zu erkennen, dass uns nur das genommen werden kann, was nicht wirklich zu uns gehört. Freiwillig loszulassen, sich mit Tod und Sterben auszusöhnen und Beziehungen in Dankbarkeit zu beenden, wenn sie sich überlebt haben und als sinnentleert erweisen, das ist heilsam unter Jupiter im Skorpion.

Wünsche und ihre Erfüllung

Der Schütze sucht nach dem Optimum. „Schneller, höher, weiter“ lautet sein Motto. Doch in einer Zeit wie dieser, wo der Planet der Begrenzung, Saturn, den Schützen durchläuft (September 2015 bis Dezember 2017) sind unsere Möglichkeiten eingeschränkt. Saturn lässt keine Luftschlösser gelten, sondern verlangt, dass wir erst einmal ein solides Fundament bauen. Wer an diesem in den vergangenen Monaten Saturn gemäß – mit Disziplin, Ausdauer und Konzentration – gebaut hat, kann 2017 sein Luftschloss darauf setzen. Denn mit dem bereits im Neujahrhoroskop 2017 angezeigten Trigon von Saturn zu Uranus im Widder (bis Ende des Jahres) stehen die Chancen gut, dass Herzenswünsche endlich in Erfüllung gehen, Projekte Anklang finden und Erfindungen einen Durchbruch erleben.

Spirituelle Öffnung

Als grenzüberschreitende Kraft lüftet Neptun im eigenen Zeichen Fische (2011 bis 2025) den Schleier zwischen innerer und äußerer Welt. Diese Konstellation zeigt eine kollektive spirituelle Öffnung an. Neptun lässt uns Erfahrungen machen, die jenseits unserer normalen Sinneswahrnehmung liegen. Er bringt uns die Erkenntnis, dass es keine Trennung gibt, sondern auf einer spirituellen Ebene alles eins ist. Mit Neptun kommen überpersönliche Qualitäten verstärkt zum Ausdruck: wahres Mitgefühl, Hingabe an eine größere Aufgabe und Agape9. Seit einiger Zeit steht Neptun nahe der Mondknotenachse10, im Neujahrshoroskop in einer Konjunktion mit Mars. Wir können diese Konstellation so deuten, dass Handeln (Mars) nur möglich ist, wenn dieses im Einklang mit dem großen Ganzen geschieht. Da uns Neptun in andere Sphären führt, die mit unserem Verstand nicht zu begreifen sind, benötigen wir eine gute Erdung, um zwischen Illusion und Wirklichkeit zu unterscheiden. Dies kann deshalb auch eine Zeit falscher Hoffnungen und Heilsbringer sein.

Fazit

Die Konstellationen des Jahres 2017 zeigen an, dass es Durchbrüche und Einbrüche gibt. Damit sich das Neue seinen Weg bahnen kann, müssen (vor allen innere) Mauern eingerissen werden. Hermann Hesse (siehe Anmerkung 8) und Carl Gustav Jung beschreiben, dass gerade der Einbruch des Unbekannten in unser Leben das ist, was Leben ausmacht.

„Im Grunde genommen sind mir nur die Ereignisse meines Lebens erzählenswert, bei denen die unvergängliche Welt in die vergängliche einbrach. Neben den inneren Ereignissen verblassen die anderen Erinnerungen, Reisen, Menschen und Umgebung. Aber die Begegnungen mit der anderen Wirklichkeit, der Zusammenprall mit dem Unbewussten, haben sich meinem Gedächtnis unverlierbar eingegraben. Da war immer Fülle und Reichtum, und alles andere trat dahinter zurück.“

Tagebucheintrag des 82jährigen Carl Gustav Jung

 

Elisabeth Rennschuh, geprüfte Astrologin DAV, 31. Dezember 2016

 

  1. Mit „Neuer Zeit“ verbinde ich in erster Linie Konstellationen, die Qualitäten des Tierkreiszeichens Wassermann in die Welt bringen. Ende 2020, nach 800 Jahren, treffen Jupiter und Saturn wieder im Wassermann aufeinander. Diese sogenannte „Große Konjunktion“ zeigt einen Paradigmenwechsel an, weil damit gleichzeitig der knapp 200jähriger Jupiter-Saturn-Zyklus im Erdelement zu Ende geht. Damit geht unser gesellschaftlicher Fokus weg von der Materie – Besitz, Geld, Körperlichkeit – hin zu geistigen Werten. Nur wenige Jahre später betritt Pluto das Zeichen Wassermann und verweilt dort bis 2042. Zum letzten Mal durchlief er dieses Zeichen Ende des 18. Jahrhunderts in der Zeit der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und der Französischen Revolution. Befreiung, neues Gedankengut, Erfindungen und Individualität werden mit Wassermann in Verbindung gebracht. Der Anbruch einer „Neuen Zeit“ ist jedoch nicht gleichzusetzen mit dem Beginn des Wassermann-Zeitalters, denn astronomisch gesehen fehlt für diese Zeitalter-Theorie ein klar definierter Anfangspunkt. Ursprung der Argumentation für ein solches Zeitalter war die Annahme, dass mit der Geburt Christi das Fischezeitalter begann, das gut 2000 Jahre dauert. Populär wurde die Zeitalter-Theorie in den 60er Jahren. Die Hippie-Bewegung sah sich als Vorbotin des Wassermannzeitalters. Es gibt viele Anzeichen, dass die „Neue Zeit“ den Wassermann-Geist in sich trägt. Schon jetzt sehen wir die Entwicklung von Bewusstsein, Intuition und Individualität – alles Themen des Wassermann-Zeitalters.
  2. aus meinem Ausblick auf das Jahr 2016
  3. im Ausblick auf das Jahr 2016 war diese Tendenz vorsichtig formuliert: „Die aktuellen Glaubenskriege im Nahen Osten und das Sichtbarwerden einer rechtspopulistischen Gesinnung in unserer Gesellschaft zeigen, wie sehr die Menschheit in alten Weltbildern und Ängsten verhaftet ist. Selbst in der Familie, im Kollegenkreis oder in der Nachbarschaft fällt es uns schwer, unterschiedliche Sichtweisen auf das Leben gelten zu lassen.“
  4. „Die Mächtigkeit der astrologischen Konstellationen lässt sich dahingehend deuten, dass wir mit aller Macht in eine neue Zeit katapultiert werden. Der Paradigmenwechsel, der sich in diesem Jahrzehnt (2010-2020) vollzieht, ist noch gewaltiger als derjenige der 60er Jahre, als Uranus und Pluto eine Konjunktion bildeten. Insofern ist es verständlich, dass Menschen überall auf der Welt in Panik geraten und sich mit Gewalt an ihr altes Weltbild klammern. Wie lange es dauern wird, bis wir Vertrauen in den Prozess finden, das sagen uns nicht einmal die Sterne! Mit Sicherheit lässt sich jedoch sagen, dass wir den Prozess nicht mehr umkehren oder aufhalten können. Der Kraft der Veränderung ist mächtiger.“
  5. Der renommierte amerikanische Astrologe Raymond Merriman schreibt in der Fachzeitschrift ASTROLOGIE HEUTE Nr. 184: „Die beste Möglichkeit, um beim Krieg gegen globale Terrorgruppen Erfolg zu haben, ist ab Ende 2016 bis Oktober 2017. Danach sind die diesbezüglichen Erfolgsaussichten für einige Jahre geringer.“ Und weiter: „Jupiter in Waage und Saturn in Schütze haben Qualitäten, die den Erlass sehr starker, aber weiser und fairer Gesetze möglich macht. (…) Eine politische Führungspersönlichkeit kann sich großen Respekt für ihre Weisheit erwerben, für die Fähigkeit, die Lösungen größerer Konflikte in der Welt erleichtert zu haben. Dazu gehört sicher Weisheit. Der weltweite Respekt für das, was diese Persönlichkeit erreichen konnte, dürfte 2017 enorm sein.“
  6. Dieser Prozess erreicht 2020 seinen Höhepunkt, wenn Pluto, Saturn und Jupiter eine Konjunktion bilden. Der Berliner Astrologe und Autor Markus Jehle hat in seinem 2009 erschienen Buch „Astrozyklen“ dazu geschrieben: „Die Jupiter/Saturn/Pluto-Konjunktion symbolisiert das Ende einer alten und den Beginn einer neuen Weltordnung. Ein solcher epochaler Umwälzungsprozess vollzieht sich natürlich nicht innerhalb weniger Monate, dennoch markiert diese besondere Konstellation einen historischen Wendepunkt.“
  7. Eckhart Tolle beschreibt in seinem Buch „Eine neue Erde“, was passiert, wenn wir die Rolle nicht mehr aufrecht halten können: „Wenn aber die Rolle wegfällt, was siehst du dann? (…) das seiner Rollen beraubte nackte Ego mit seinem Schmerzkörper und dem frustrierten Verlangen, das sich jetzt in Wut verwandelt, die sich aller Wahrscheinlichkeit auf den Partner richtet, weil der die unterschwellige Angst und das Mangelgefühl, die zum Ego-Selbstbild gehören, nicht aufgehoben hat.
  8. Zu „Erschütterungen“ schreibt Hermann Hesse: „Es war um nichts schade, was vorüber war. Schade war es um das Jetzt und Heute, um all diese ungezählten Stunden und Tage, die ich verlor, die ich nur erlitt, die weder Geschenke noch Erschütterungen brachten. Aber Gott sei gelobt, es gab auch Ausnahmen, es gab zuweilen, selten, auch andre Stunden, die brachten Erschütterung, brachten Geschenke, rissen Wände ein und brachten mich Verirrten wieder zurück ans lebendige Herz der Welt.“
  9. Agape meint in der christlichen Lehre „göttliche Liebe“. Dieses Wort beinhaltet auch das karitative Teilen mit anderen.
  10. Die Mondknoten sind die Schnittpunkte zwischen der Bahn der Sonne und der des Mondes um die Erde. Diese zeigen ein übergeordnetes Thema im Horoskop bzw. Krisen- und Wendepunkte an. Bezogen auf den Planeten Neptun bedeutet dies, dass wir uns neptunischer Themen bewusster werden.