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Zeitqualität Frühjahr 2018

In diesem Frühjahr verändert sich die Zeitqualität spürbar. Auf dem Weg in eine neue Zeit steht ein weiterer bedeutsamer Entwicklungsschritt an. Am 17. April und am 15. Mai wechseln zwei der langsam laufenden Planeten1 das Tierkreiszeichen. Chiron läuft in den Widder und Uranus in den Stier. Beide gelten als maßgebliche Wegbereiter in die neue (Wassermann-) Zeit. Chiron – der verwundete Heiler – wird uns in den kommenden neun Jahren in aller Deutlichkeit die Konsequenzen unseres rücksichtslosen Handelns vor Augen führen. Und Uranus – der visionäre Erneuerer – wird bis 2026 mächtig an unserem materialistischen Weltbild rütteln.

Im Anfang ist alles enthalten, sagt uns das hermetische Weltbild der Astrologie. Übertragen auf den Eintritt von Chiron und Uranus in neue Tierkreiszeichen bedeutet das: In diesem Frühjahr können wir eine Ahnung davon bekommen, wohin sich die Menschheit in den nächsten zehn Jahren bewegen wird. Dies lässt sich daraus ableiten, welche Themen aus einer neuen Perspektive betrachtet werden wollen. Um unseren Blick für das Kommende zu schärfen, beschreibe ich einige der Themen, die nun aktuell werden.

Chiron im Widder

Widder ist das erste Zeichen im Tierkreis. Es steht für Neubeginn, Pioniergeist und Eigeninitiative. Zum Widder-Archetyp gehört Mars, eine starke, dynamische Kraft, die es möglich macht, dass ein Keimling die Samenhülle sprengen kann und ein Held das Abenteuer sucht. Mit Chiron im Widder wird vor allem die ökologische Bewegung neue Schubkraft bekommen. Denn Chiron ist ein „heiliger Ökologe“2!

Ökologisches Bewusstsein

In den kommenden Jahren wird Chiron verstärkt unseren Blick auf die Ausbeutung der Erde lenken. Es wird nicht bei der Empörung über Ressourcenverschwendung, mangelndes Umweltbewusstsein oder die Zerstörung von Wäldern bleiben. Es werden nun verstärkt Taten folgen. Mehr Menschen werden Aktionen gegen die Profitgier großer Konzerne unterstützen. Auch Politiker werden nicht mehr tatenlos zusehen, wie weltweit Ressourcen vereinnahmt und verschwendet werden. Das Bewusstsein für zukünftige Generationen und deren Lebensgrundlage wird wachsen.

Heilung der Wut

Chiron legt den Finger auf Wunden.3 Im Zeichen Widder heißt die Wunde Wut. Die Angst ist kollektiv groß vor der Wucht der Wut. Die Wut ist ein Gefühl, auf das wir mit Aggression reagieren und auch mit Scham, Ohnmacht oder Verdrängung. Die Zeit ist reif für eine Heilung dieser offenen Wunde. Unter Chiron im Widder ist die Chance groß, dass sie Heilung erfährt. Was sie braucht, ist unsere Anerkennung als „verletzte Kraft“. Dann kann sie sich wandeln in Mut, der hinter der Wut steht. Um unsere Welt zu heilen, brauchen wir mutige Menschen – Pioniere, die uns neue Wege aufzeigen.

Wie wichtig ist es, dass wir uns unserer Wut annehmen, zeigt ein Rückblick auf die Zeit von Chirons letztem Besuch im Widder. Vor 50 Jahren hat Chiron die 68er Generation mobilisiert. In dem Zeitraum von 1968 bis 19774 sind weltweit junge Leute auf die Straße gegangen, um für neue Werte und Rechte einzutreten. Die Bewegung war so machtvoll, dass in den 70er Jahren ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel folgte. In der Zeit von Chiron im Widder hat die Menschheit jedoch auch eine Welle von Terror und Gewalt erlebt. Die Wunde der Wut lag weit offen.

Uranus im Stier

Ab Mai 2018 stattet Uranus dem Genießer und Bewahrer im Tierkreis einen Besuch ab. Der Stier wird ihn wohl kaum mit offenen Armen empfangen. Im Gegenteil: Es ist zu erwarten, dass der Rebell und Aufrührer Uranus heftig am schönen Sicherheitsnetz des Stiers rütteln wird. Er wird dessen beschauliches Leben nachhaltig stören und durcheinander wirbeln. Alles, was dem Stier lieb und teuer ist – Haus, Garten, Gold5 – stellt Uranus in den kommenden Jahren in Frage. Wir können davon ausgehen, dass die Stier-Themen Geldverdienen und materielle Sicherheit, Besitz und Bewahren-Wollen bis 2026 völlig neu bewertet werden.

Gerechter Geldfluss

Geldverdienen und materielle Sicherheit sind Themen, die in unserem kapitalistischen Gesellschaftssystem einen großen „Lebensraum“ einnehmen. Es sind Angst besetzte Themen: Wohlhabende haben Angst ihren Besitz zu verlieren und Geringverdiener sorgen sich, ob das Geld für die monatlichen Fixkosten reicht. Hoffnung besteht, dass in den Jahren bis 2026 Mittel und Wege gefunden werden, den Geldfluss gerechter fließen zu lassen. (Über den neuen Geist des Geldes habe ich bereits im Winter-Newsletter einige Zeilen geschrieben. Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens wird unter Uranus im Stier immer mehr Befürworter finden.)

„Besitzfreiheit“

Wir alle – nicht nur die Stier-Geborenen – werden in den kommenden Jahren Besitz und Materie aus einer neuen Perspektive betrachten können.6 Es wird spürbar, wie sehr uns Materielles „beschweren“, ja regelrecht zur Last werden kann, wenn es uns „besitzt“. Uranus will uns zu einer neuen Freiheit führen, wo die Pflege und Instandhaltung von Besitz auf viele Schultern verteilt wird. Car-Sharing ist ein Beispiel für dieses – nicht ganz neue – Selbstverständnis: Es muss nicht alles mein Eigentum sein!

In den kommenden Jahren werden sich diejenigen, die viel besitzen, fragen: Brauche ich wirklich ein eigenes Haus, einen eigenen Garten, ein eigenes Auto und ein dickes Sparkonto oder kann ich mit weniger Eigentum leichter und freier leben? Und diejenigen, die bisher keinen Zugang zu Besitz hatten, werden gemeinsam mit anderen die Lust in sich spüren, die Verantwortung für Besitz zu übernehmen. Das neue Paradigma weist auf „temporäre Besitzer“. Sie pflegen, verwalten und halten Besitz instand, weil es ihnen Freude macht Werte zu erhalten. Gleichzeitig schaffen sie für sich ein Lebensumfeld auf Zeit, in dem sie sich wohlfühlen können.

Das Dorf ruft

Es ist wahrscheinlich, dass ein Leben auf dem Dorf zunehmend attraktiver wird. Der Stier als Erdzeichen möchte die Erde fruchtbar machen. Er liebt die Arbeit auf dem Feld und im Garten. Sein Bewusstsein für traditionelle Werte ist groß. Als Bewahrer von (vor allem immobilen) Werten weiß er besonders alte Häuser und Höfe zu schätzen.

Aufgrund der Überalterung und des Niedergangs von Klein- und mittelständischen Betrieben in dörflichen Regionen stehen viele Immobilien leer und werden günstig zum Verkauf angeboten. Gleichzeitig haben immer mehr Menschen dank der Digitalisierung die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Ein Umzug aufs Dorf schafft Raum für ein ruhigeres und gesünderes Leben.

Das Landleben hat den Vorteil,

Darüber hinaus können auf dem Land gemeinschaftliche Wohnprojekte leichter verwirklicht werden – und es besteht die große Chance, dass alte Dörfer zu neuem Leben erwachen!

Über weitere Entsprechungen von Uranus im Stier werde ich in den nächsten Newslettern schreiben wie z.B. über ein neues Bewusstsein für unseren Körper.

Fragen, die Chiron im Widder und Uranus im Stier an uns stellen:

Bist du bereit,

 

  1. Der erst 1977 entdeckte Chiron ist im astronomischen Sinne kein Planet, sondern ein Asteroid – also ein Kleinplanet.
  2. Barbara Clow in ihrem Buch „Chiron“, S. 315
  3. Chiron wird gern als der „verwundete Heiler“ bezeichnet. Der Mythos erzählt, das Chiron durch einen Pfeil von Herakles verletzt wurde. Da er unerträgliche Qualen litt, weil die Wunde nicht heilen wollte, musste er ein Opfer bringen und auf seine Unsterblichkeit verzichten.
  4. In folgenden Zeiträumen hielt sich Chiron im Widder auf: 1.4.-18.10.1968, 31.1.1969-28.5.1976 und 14.10.1976 bis 28.3.1977. Die in diesen Zeiten Geborenen sind heute zwischen 40 und 50 Jahre alt. Wahrscheinlich werden sie in den kommenden Jahren ganz entscheidende Impulsgeber sein.
  5. Das Zeichen Stier ist das materiellste Zeichen im Tierkreis. Auf die finanzielle Sicherung der Existenz richtet der Stier sein Haupteigenmerk. Als „fixes Erdzeichen“ favorisiert der Stier ganz irdische Güter – also das greifbar Wertvolle – als Lebensversicherung: Haus, Garten, Gold/Geld.
  6. Uranus gehört zu den kollektiven Planeten. Aufgrund seiner langen Umlaufzeit durch den Tierkreis prägt er ganze Generationen und das kollektive Geschehen.